Thriller

Schönes Mädchen (Claire Douglas)

Una ist Anfang zwanzig und hat erst kürzlich ihre Mutter verloren. Nachdem sie sich von ihrem Freund Vince getrennt hat, ist sie auf sich gestellt. Nur ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Courtney ist noch für sie da. Umso glücklicher ist Una, als sie die Stelle als Gesellschafterin im Herrenhaus der McKenzies ergattert. Hier soll sie sich um Rentnerin Elspeth McKenzie kümmern, die ihr neben dem üppigen Lohn auch ein Zimmer anbietet. Ein Traum für Una, die Geld für eine Weltreise spart. Doch der Job ist härter als gedacht und besonders Katherine, Elspeths Tochter, verunsichert Una mit ihrer herablassenden Art. Von der Köchin erfährt Una schließlich, dass Katherine einst eine Schwester namens Viola hatte, die viele Jahre zuvor für immer verschwand. Und nicht nur das: Auch Unas Vorgängerin ward seit letztem Winter nicht mehr gesehen. Während Una der Wahrheit nachgeht, begibt sie sich bald selbst in größte Gefahr…

Meine bisherige Claire Douglas Bilanz war hügelig, Vergessen fand ich nicht so toll, von ihrem letzten Buch Beste Freundin hingegen war ich sehr angetan. Schönes Mädchen würde ich irgendwo dazwischen ansiedeln, umgehauen hat mich der Roman allerdings nicht. Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus der Perspektive von Una, zwischendurch gibt es aber auch Abschnitte, die Katherine in den Fokus nehmen und ihre Kindheit an Violas Seite beleuchten. Claire Douglas schreibt flüssig, atmosphärisch und durchaus unterhaltsam. Gelangweilt habe ich mich also nicht. Trotzdem fand ich das ganze Setting wenig originell und dadurch etwas vorhersehbar, das Verhalten der Figuren war für mich nicht immer so nachvollziehbar, ein Punkt, der mir bei Thrillern wichtig ist. Gestört hat mich auch eine entscheidende Wendung im letzten Drittel, auf die ich ohne Spoiler nicht weiter eingehen kann. Auch, wenn mich das Ende dann doch noch überraschen konnte, blieb bei mir der Eindruck, hier nichts wirklich Neues gelesen zu haben, und, dass die Handlung auch auf 300 Seiten hätte erzählt werden können. Ganz nett, aber leider nicht 100% überzeugend.